Samen: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Definition:''' Der Same (mhd. same, ahd. samo, verwandt mit säen) ist der Keim, der sich aus der Blüte einer Pflanze entwickelt, schließlich von ihr abfällt und aus dem sich eine neue Pflanze entwickeln kann. Bei Tieren und Menschen ist der Samen die Samenzellen (Spermium) enthaltende Flüssigkeit (Sperma), die beim Samenerguss aus der Harnsamenröhre des männlichen Glieds austritt.
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'''Definition:''' Der Same (mhd. same, ahd. samo, verwandt mit säen) ist der Keim, der sich aus der Blüte einer Pflanze entwickelt, schließlich von ihr abfällt und aus dem sich eine neue Pflanze entwickeln kann. Pollen (Pollenkörner) dienen dazu, die männlichen Sporen beziehungsweise Gametophyten geschützt zu den weiblichen Empfangsorganen zu bringen und so die Bestäubung und in weiterer Folge die Befruchtung zu gewährleisten.  
  
'''Information:''' Damit Samen aufgehen kann, sind viele Voraussetzungen notwendig: Um das Keimen der Samen zu ermöglichen, muss dieser in einen guten, lockeren Boden fallen, bzw. dieser wird vom Bauern oder Gärtner entsprechend bearbeitet und vorbereitet. Wichtig ist zudem ein guter Standort mit einer der späteren Pflanze entsprechenden Sonneneinstrahlung und Feuchtigkeit.  
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'''Information:''' Pflanzlicher Samen wird auf verschiedenste Weisen verbreitet, ausgestreut, gesät, gesetzt. Damit Samen aufgehen kann, sind viele Voraussetzungen notwendig, vor allem bedarf es Wasser, Wind, Sonne und Boden. Um das Keimen der Samen zu ermöglichen, muss dieser in einen guten, lockeren Boden fallen. Das Bearbeiten des Bodens ist deshalb eine der wichtigsten Arbeiten des Bauern oder Gärtner. Wichtig ist zudem ein guter Standort mit einer der späteren Pflanze entsprechenden Sonneneinstrahlung und Feuchtigkeit.  
  
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Bei Tieren und Menschen ist der Samen die Samenzellen (Spermium) enthaltende Flüssigkeit (Sperma), die beim Samenerguss aus der Harnsamenröhre des männlichen Glieds austritt und die Eizelle befruchtet.
  
'''Interpretation:''' Samen, ob als Samenkorn oder als menschlicher Samen, ist ein Symbol für psychische Energie, für Potenz, für die Entstehung und Entfaltung des Lebendigen (Keim des Lebens, Fruchtbarkeit). Bis heute hat das Säen etwas Geheimnisvolles für jeden Bauern und (Hobby-)Gärtner. Ob seine Saat aufgeht, steht nicht allein in seiner Hand: Matthias Claudius dichtet in seinem heute noch zum Erntedank gesungenen Lied: "Wir pflügen und wir streuen, den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand: er tut mit leisem Wehen sich mild und heimlich auf und träuft, wenn heim wir gehen, Wuchs und Gedeihen drauf ..." Ursprünglich als Bauernlied verwendet, wird das Lied eingeleitet mit "Im Anfang war’s auf Erden Nur finster, wüst, und leer; Und sollt was sein und werden, Mußt es woanders her."
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Bedeutungen:
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[1] ausstreuend oder setzend Saatgut in den dafür vorbereiteten Boden bringen [2] übertragen: eine Anregung, Impuls zu etwas geben [3] übertragen: den Anfang für etwas setzen [4] übertragen: etwas verbreiten [5] bildlich: hervorbringen, schaffen [6] bildlich: herbeiführen, veranlassen; verdienen
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Wer ernten will, muss säen wer etwas erreichen will, muss etwas dafür tun; wer etwas bekommen will, muss die Voraussetzungen dafür schaffen Wer Wind sät, wird Sturm ernten oder Wer Wind sät, erntet Sturm wie gesät: dicht und gleichmäßig in großer Menge verteilt umgangssprachlich: dünn gesät nur selten oder vereinzelt vorhanden „Wer Unrecht sät, der wird Unheil ernten, und die Rute seines Übermuts wird ein Ende nehmen.“[1] „Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße der Liebe!“[2] „Denn was der Mensch sät, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch sät, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten; wer aber auf den Geist sät, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten.“[3]
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'''Interpretation:''' Samen, ob als Samenkorn oder als tierischer oder menschlicher Samen, ist ein Symbol für psychische Energie, für Potenz, für die Entstehung und Entfaltung des Lebendigen (Keim des Lebens, Fruchtbarkeit). Same bzw. Samen verkörpert oft das männliche Prinzip, in ihm liegt eine verborgene Macht. Im Hinduismus steht der Samen für den göttlichen Geist, den Logos. Der Samen im Zentrum des Hindutempels symbolisiert das Leben und Bewusstsein selbst.
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Bis heute hat das Säen etwas Geheimnisvolles für jeden Bauern und (Hobby-)Gärtner. Ob seine Saat aufgeht, steht nicht allein in seiner Hand: Matthias Claudius dichtet in seinem heute noch zum Erntedank gesungenen Lied: "Wir pflügen und wir streuen, den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand: er tut mit leisem Wehen sich mild und heimlich auf und träuft, wenn heim wir gehen, Wuchs und Gedeihen drauf ..." Ursprünglich als Bauernlied verwendet, wird das Lied eingeleitet mit "Im Anfang war’s auf Erden Nur finster, wüst, und leer; Und sollt was sein und werden, Mußt es woanders her."
 
Alle gute Gabe, Kam oben her, von Gott, Vom schönen blauen Himmel herab!" Im Gesangbuch liest sich der Text bearbeitet dann flüssiger: Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn, drum dankt ihm dankt, drum dankt ihm dankt und hofft auf ihn."
 
Alle gute Gabe, Kam oben her, von Gott, Vom schönen blauen Himmel herab!" Im Gesangbuch liest sich der Text bearbeitet dann flüssiger: Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn, drum dankt ihm dankt, drum dankt ihm dankt und hofft auf ihn."
 
   
 
   
Same bzw. Samen verkörpert oft das männliche Prinzip, in ihm liegt eine verborgene Macht. Im Hinduismus steht der Samen für den göttlichen Geist, den Logos. Der Samen im Zentrum des Hindutempels symbolisiert das Leben und Bewusstsein selbst.
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Befruchtungsvorgänge und sexuelle Vereinigungen im Traum lassen sich von daher - neben ihrer wunscherfüllenden und triebabreagierenden Funktion - oft auch als psychische und geistige schöpferische Prozesse verstehen. Gut wissen wir auch: Was wir säen, das ernten wir auch. Wir können die Saat des Guten oder des Bösen legen.  
 
Befruchtungsvorgänge und sexuelle Vereinigungen im Traum lassen sich von daher - neben ihrer wunscherfüllenden und triebabreagierenden Funktion - oft auch als psychische und geistige schöpferische Prozesse verstehen. Gut wissen wir auch: Was wir säen, das ernten wir auch. Wir können die Saat des Guten oder des Bösen legen.  

Version vom 5. Juni 2012, 14:23 Uhr

Keyword: Samen

Links: Befruchtung, Ei, Phallus

Definition: Der Same (mhd. same, ahd. samo, verwandt mit säen) ist der Keim, der sich aus der Blüte einer Pflanze entwickelt, schließlich von ihr abfällt und aus dem sich eine neue Pflanze entwickeln kann. Pollen (Pollenkörner) dienen dazu, die männlichen Sporen beziehungsweise Gametophyten geschützt zu den weiblichen Empfangsorganen zu bringen und so die Bestäubung und in weiterer Folge die Befruchtung zu gewährleisten.

Information: Pflanzlicher Samen wird auf verschiedenste Weisen verbreitet, ausgestreut, gesät, gesetzt. Damit Samen aufgehen kann, sind viele Voraussetzungen notwendig, vor allem bedarf es Wasser, Wind, Sonne und Boden. Um das Keimen der Samen zu ermöglichen, muss dieser in einen guten, lockeren Boden fallen. Das Bearbeiten des Bodens ist deshalb eine der wichtigsten Arbeiten des Bauern oder Gärtner. Wichtig ist zudem ein guter Standort mit einer der späteren Pflanze entsprechenden Sonneneinstrahlung und Feuchtigkeit.

Bei Tieren und Menschen ist der Samen die Samenzellen (Spermium) enthaltende Flüssigkeit (Sperma), die beim Samenerguss aus der Harnsamenröhre des männlichen Glieds austritt und die Eizelle befruchtet.

Bedeutungen:

[1] ausstreuend oder setzend Saatgut in den dafür vorbereiteten Boden bringen [2] übertragen: eine Anregung, Impuls zu etwas geben [3] übertragen: den Anfang für etwas setzen [4] übertragen: etwas verbreiten [5] bildlich: hervorbringen, schaffen [6] bildlich: herbeiführen, veranlassen; verdienen

Wer ernten will, muss säen wer etwas erreichen will, muss etwas dafür tun; wer etwas bekommen will, muss die Voraussetzungen dafür schaffen Wer Wind sät, wird Sturm ernten oder Wer Wind sät, erntet Sturm wie gesät: dicht und gleichmäßig in großer Menge verteilt umgangssprachlich: dünn gesät nur selten oder vereinzelt vorhanden „Wer Unrecht sät, der wird Unheil ernten, und die Rute seines Übermuts wird ein Ende nehmen.“[1] „Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße der Liebe!“[2] „Denn was der Mensch sät, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch sät, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten; wer aber auf den Geist sät, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten.“[3]

Interpretation: Samen, ob als Samenkorn oder als tierischer oder menschlicher Samen, ist ein Symbol für psychische Energie, für Potenz, für die Entstehung und Entfaltung des Lebendigen (Keim des Lebens, Fruchtbarkeit). Same bzw. Samen verkörpert oft das männliche Prinzip, in ihm liegt eine verborgene Macht. Im Hinduismus steht der Samen für den göttlichen Geist, den Logos. Der Samen im Zentrum des Hindutempels symbolisiert das Leben und Bewusstsein selbst.

Bis heute hat das Säen etwas Geheimnisvolles für jeden Bauern und (Hobby-)Gärtner. Ob seine Saat aufgeht, steht nicht allein in seiner Hand: Matthias Claudius dichtet in seinem heute noch zum Erntedank gesungenen Lied: "Wir pflügen und wir streuen, den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand: er tut mit leisem Wehen sich mild und heimlich auf und träuft, wenn heim wir gehen, Wuchs und Gedeihen drauf ..." Ursprünglich als Bauernlied verwendet, wird das Lied eingeleitet mit "Im Anfang war’s auf Erden Nur finster, wüst, und leer; Und sollt was sein und werden, Mußt es woanders her." Alle gute Gabe, Kam oben her, von Gott, Vom schönen blauen Himmel herab!" Im Gesangbuch liest sich der Text bearbeitet dann flüssiger: Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn, drum dankt ihm dankt, drum dankt ihm dankt und hofft auf ihn."


Befruchtungsvorgänge und sexuelle Vereinigungen im Traum lassen sich von daher - neben ihrer wunscherfüllenden und triebabreagierenden Funktion - oft auch als psychische und geistige schöpferische Prozesse verstehen. Gut wissen wir auch: Was wir säen, das ernten wir auch. Wir können die Saat des Guten oder des Bösen legen.

Literatur: Standard

Autor: Müller, Anette