Sand

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Keyword: Sand

Links: Erde, Sandspiel, Wüste

Definition: Sand (mhd., ahd. sant) ist feinkörniges, lockeres, zerkleinertes Gestein, das durch Verwitterung entstanden ist, durch Wasser oder Wind transportiert wird und einen Teil des Erdbodens bildet.

Information: Keine

Interpretation: Sand ist ein formloses, vielseitiges Element und wegen der unermesslichen Zahl seiner Körner ein Symbol des Wertlosen, aber auch des Überflusses und der Unendlichkeit ("Wie Sand am Meer"). Wegen seiner Unfruchtbarkeit steht er auch für Kargheit, Trockenheit, Beschwerlichkeit und die Sand uhr versinnbildlicht das Verrinnen der Zeit "wie Sand zwischen den Fingern".

In vielen Redewendungen ist Sand negativ besetzt. Auf Sand bauen, d. h. auf unsicheren Grund, sich auf etwas Unsicheres eingelassen haben, leitet sich von Matthäus 7, 26 ab. Im Sand verlaufen, d. h. nichts daraus werden, ergebnislos ausgehen, geht bildlich vom Wasserrinnsaal im Wüstensandaus, das rasch versickert und nicht mehr zu sehen ist. Etwas in den Sand setzen wird umgangssprachlich für Misserfolg verwendet. Sand in die Augen streuen bedeutet täuschen, indem man eine Sache günstiger darstellt als sie ist. Sand ins Getriebe streuen, heißt verhindern, dass eine Sache gut weiterläuft.

Für den Bodenausgleich und den Bau ist Sand allerdings unverzichtbar. Es enthält das Silizium, das Bestandteil von Zement, Beton, Silikonen und Glas ist und in der Chip- und Solaranlagenproduktion eine große Rolle spielt.

Sand ist auch ein optimales Spiel- und Gestaltungsmaterial, wie es im therapeutischen Rahmen insbesondere im Sandspiel Verwendung findet. Der gestalterische Umgang mit trockenem oder feuchtem Sand, mit Wasser und Matsch kann an frühe Erfahrungen der Kindheit, an die ersten kreativen Erlebnisse anschließen.

Sand lässt sich in vielfältiger Weise formen und verwandeln, und er kann, wie eine gute Mutter, als verfügbar, tragfähig und in gewisser Weise unzerstörbar erlebt werden. Er übersteht Kriege, Überschwemmungen und andere Katastrophen, wie sie sehr häufig von Kindern gespielt werden. Mit ihm kann man einen zärtlichen Körperkontakt herstellen, man kann ihn zwischen den Fingern und über die Haut rieseln lassen, sich von ihm bedecken lassen, man kann ihn streicheln, tätscheln, fest anfassen, kneten, etwas vergraben, Abdrücke und Spuren hinterlassen oder sie verwischen. Er kann als tragende Basis Grundlage für dramatische Spiele sein und zu jeder beliebigen Landschaft gestaltet werden.

Literatur: Standard

Autor: Müller, Anette