Rose

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Keyword: Rose

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Definition: Rose (lat. rosa= Edelrose, aus einer kleinasiat. Spr. ist eine am Strauch wachsende, Stacheln tragende Pflanze mit gefiederten Blättern und vielblättrigen, meist duftenden Blüten in verschiedenen Farben.

Information: Keine

Interpretation: Die Rose ist ein umfassendes, mannigfaltiges Symbol. Sie bildet je nach dem Stand der Entwicklung, die Facetten eines Wandlungsprozesses der Libido auf dem Weg ins Zentrum, dem Selbst ab. Die Rose kann ebenso für Leidenschaften, Begierden und Verführung stehen, wie für Liebe, himmlisches Entzücken und Vollkommenheit. Sie ist in ihrer Blütenfülle, Schönheit und Duft Bild der Lebenskraft und der Lebensfreude, wie in ihrem raschen Verblühen Bild der Vergänglichkeit und des Todes. Auch ist bei ihr immer die Spannung zwischen den harten Dornen des Stiles und der Zartheit der Blütenblätter zu berücksichtigen. Dies kann daran erinnern, dass der Weg zur Entfaltung der inneren Rose des Selbst und des höheren Bewusstseins ein dornenreichen, schmerzhafter Prozess sein kann.

In Rilkes Gedicht „Rose, oh reiner Widerspruch, niemandes Schlaf zu sein unter so vielen Lidern" wird die Paradoxie von Leere und Fülle, von Sein und Nichtsein, von Leben und Tod angesprochen. Die Rose symbolsiert hier die Vereinigung der Gegensätze, die Vollendung des Wandlungsweges, ist Zentrum des Lebens. Die Rose nimmt mit der Lilie im Abendland den Platz ein, wie im Orient der Lotos.

Die goldene Rose symbolisiert Vollkommenheit und als Rose des Papstes dessen Segen. Die rote Rose steht allgemein für das Urbild der Liebe, für Lebensfreude, Schöpfungskraft und Fruchtbarkeit. Sie ist die Blume der Venus, des Adonis, der Morgenröte, des Helios und der Musen. Die weiße Rose repräsentiert als Blume des Lichtes Jungfräulichkeit, geistige Erfüllung, Unschuld und freiwillige Armut. Die blaue Rose steht als Blume der Romantik für tiefe, unerreichbare Sehnsucht. Verbindet man im Grundriss der Rose den Mittelpunkt eines jeden Kelchblattes durch eine Linie mit dem übernächsten, entsteht ein fünfzackiger Stern, das Pentagramm oder der Drudenfuß, Symbol und Siegelfigur des Geheimnisvollen. So wurde die Rose bereits im Altertum bei Gelagen über der Tafel aufgehängt als Zeichen dafür, dass das „sub rosa" Gesprochene nicht weiter gesagt werden soll. Eine gemalte Rose an der Decke von mittelalterlichen Ratsstuben gilt, ebenso wie eine Rose über Beichtstühlen, als Hinweis auf Diskretion. Die Rose mit vier Blättern symbolisiert die Wirkungen des Kosmos, die funfblättrige Rose repräsentiert den Mikrokosmos und die sechsblättrige den Makrokosmos. Die Rosette ist die Rosette (oder Lotos) von oben gesehen. Die Fensterrosetten romanischer oder gotischer Kathedralen stehen mit der astralen Symbolik im Zusammenhang. Sie haben auch teil an der Symbolik des Kreises, des Zentrums, des Kreuzes und der Radien des Sonnenrades (Mandala).

In helenistischer Zeit (Apuleus) wird die Muttergöttin Isis zur Allgöttin und Himmelskönigin der die Rose geweiht ist. In der Alchemie bedeutet Rose Weisheit. Sie steht nach dem Überwinden des Zeitlichen, für die Wiedergeburt des Geistigen. In der christlichen Tradition ist die Rose wegen ihrer Fülle und Schönheit die Blume des Paradieses. Andererseits gilt die rote, aus dem Blut auf Golgata entstandene Rose für die Wunden und das Martyrium Christi, dem König der Märtyrer. Die Dornen sind in dem Zusammenhang Sünde und Schmerz und die Jumgfrau Maria als Rose ohne Dornen die mystische oder himmlische Rose, die in ihrem unbefleckten Schoss Christus empfangt. Dante stellt als Jenseitsbild im „Paradiso" die Seelen der Erlösten im Himmel als eine grosse, gefüllte Rose vor, deren Blumenblätter die Rangfolge der Seligen bildet.

Literatur: Standard

Autor: Zielen, Victor

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